Stihlübung

Als schwarzer Vogel ich im Fernsehn war,
wie im Starenkasten ich so haus:
Ich bin ein Star,
holt mich hier raus!

Auch der Alltag ergibt Sinn,
Liebe, Hass und Eitelkeit
gehen jetzt durch dick und dünn:
Gute Weiten, schlechte Weiten!

Und ist die Leidenschaft in Sicht,
steifbeinig für Gefühle posen?
Nicht nur der Kaktus sticht und sticht:
Rote Rosen!

Denn im Körperlichen mit viel List
erscheint ein Ferkel, schau!
Und wenn der Tag zu Ende ist,
dann kommt die Tagessau!

Ostergedicht

Es war einmal ein Osterhase,
dem unterstellte man zu wenig Bregen,
doch der Richter hatte eine gute Nase,
weil Hasen keine Eier legen.

Es war einmal ein Osterbaum,
an dem viel zu viele Eier hingen,
da brüllte er vor Wut mit Schaum
und ließ Weihnachtslieder singen.

Es war einmal ein Osterfeuer,
ein wahrhaft lodernd Augenschmaus,
doch dem war die Hitze nicht geheuer,
da ging es einfach wieder aus.

Dann war da noch das Osterlamm,
das hatte einen Kurs besucht
und die Schlächter standen stramm:
Es war reich und gut betucht!

Dies ist alles? So was Kleines?
Das nennt Ihr ernsthaft Sturm und Drang?
Am Ende bleibt uns nur noch eines:
Osterspaziergang.

Anfrage an das Schicksal

Es gab Kandidaten, es gab Wahlen,
ich liebte Susan, Corinna und Rachel,
und litt fürchterliche Qualen:
Corona, wo ist Dein Stachel?

Hart ist’s, so man Menschen liebt,
und ganz langsam wurde mir klar:
Wo’s auch immer Dich hinzieht,
das Virus war schon vor Dir da!

Der Schleim macht da ganz richtig
sich als Parasit den Lenz,
benutzt den Menschen und ganz wichtig,
dessen Schwarmintelligenz.

Leaders, questions and the answers,
weise Worte laufen über’n Ticker,
doch Mann der Stunde ist wer anders,
man heißt ihn Epidemiker.

Der sprach: Bleibt ja zu Hause,
sonst trifft Euch der Keim mit List!
Doch wer macht gern vom Leben Pause?
Was glaubt dies Virus, wer es ist?

Die Pandemie kennt keine Feiertage,
doch die Natur kennt miese Tricks,
manche Antwort kennt auch keine Frage:
Ich kaufe ein x!